Das Stadion von Paris Saint-German und FIFA-Präsident Gianni Infantino (Bildmontage)

Financial Fairplay

UEFA-Klarstellung: Druck auf Clubs und Infantino wächst

Der Europäische Fußballverband UEFA hat auf die Football-Leaks-Enthüllungen reagiert und in einer Mitteilung erklärt, dass im Falle von zuvor nicht bekannten Fakten auch nachträgliche Verfahren bei Verstößen gegen das Financial Fairplay (FFP) möglich sind. Keine guten Nachrichten für Paris-Saint Germain, Manchester City und womöglich auch Gianni Infantino.

"Sollten neue Informationen darauf hindeuten, dass zuvor abgeschlossene Fälle missbraucht wurden, können diese Fälle von Fall zu Fall wieder geöffnet werden", heißt es in dem Statement der UEFA. Ein ähnlicher Vorbehalt gilt für abgeschlossene FFP-Checks in laufenden Prüfungszyklen: "Wenn neue Informationen bekannt werden, die für diese Bewertung von Bedeutung sein könnten, wird die UEFA diese nutzen, um die Zahlen in Frage zu stellen, und den betreffenden Verein um Erklärung, Klarstellung oder Widerlegung bitten." Der Kontinentalverband ging in seiner Erklärung nicht speziell auf Paris Saint-Germain und Manchester City ein.

Gianni Infantino © dpa Bildfunk Foto: EPA/LAURENT GILLIERON

01:40 min | 03.11.2018 | Das Erste | Autor/in: Han Park/Sven Lohmann

Wie PSG dank Infantino glimpflich davonkam

Football-Leaks-Dokumente zeigen, dass Paris Saint-Germain gegen das Financial Fairplay verstoßen hat. Die UEFA ermittelte, doch die Strafe fiel vergleichsweise gering aus. Dank Gianni Infantino.

PSG, ManCity und Infantinos Hilfe

Dies könnte auch für FIFA-Präsident Gianni Infantino pikant sein. Die Football-Leaks-Dokumente belegen, dass der Schweizer 2014 als UEFA-Generalsekretär an der entsprechenden Prüfungskammer vorbei Deals mit PSG und ManCity aushandelte und beide Clubs mit vergleichsweise geringen Strafen davonkamen statt womöglich aus der Champions League ausgeschlossen zu werden. Die Dokumente zeigen, dass die aus Katar (PSG) und Abu Dhabi (Manchester City) mit schier unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten ausgestatteten Topclubs das Financial Fairplay mit überbewerteten Sponsoren-Verträgen umgangen haben.

Eine erste Untersuchung der Pariser Bücher im Zusammenhang mit der Finanzierung der Vorjahres-Saison war von der UEFA im vergangenen Sommer zunächst ergebnislos eingestellt worden. Kurze Zeit später jedoch leitete der Europa-Verband die Prüfung einer abermaligen Kontrolle der Geldflüsse zwischen Frankreichs Meister und den PSG-Besitzern aus Katar ein.

Infantino: "Wir wollten die Clubs im Wettbewerb halten"

Infantino hatte nach den Veröffentlichungen jegliches Fehlverhalten abgestritten. "Es gibt nichts, wofür man sich schämen müsste. Wir wollten die Clubs im Wettbewerb halten und sie nicht ausschließen", erklärte der 48-Jährige. Das habe für alle 30 FFP-Fälle gegolten.

Mit dem Financial Fairplay will die UEFA für mehr Chancengleichheit im Club-Fußball sorgen. Vereine dürfen nicht unbegrenzt mehr Geld ausgeben als sie einnehmen und die Zuwendungen von Sponsoren müssen marktüblichen Charakter haben. Damit soll verhindert werden, dass Clubs durch Mäzene Unsummen auf dem Transfermarkt ausgeben können.

Gianni Infantino im Gegenlicht © imago Foto: Ulmer

02:53 min | 04.11.2018 | NDR Info | Autor/in: Maaßen, Hendrik

Football Leaks: Das System Infantino

Die Football-Leaks-Dokumente belegen, dass sich Gianni Infantino über viele Regeln hinwegsetzt, die sein System stören. Auf den Spuren des ehemaligen UEFA-Generalsekretärs und heutigen FIFA-Präsidenten.

 

Das NDR Recherche-Team zu "Football Leaks"

Katrin Kampling, Sven Lohmann, Hendrik Maaßen, Han Park, Nino Seidel, Birgit Wärnke

Hörfunk-Umsetzung
Moritz Cassalette, Holger Gerska, Hendrik Maaßen

Online-Umsetzung
Andreas Bellinger, Matthias Heidrich, Thomas Luerweg, Sebastian Ragoß

Dieses Thema im Programm:

Football Leaks | 04.11.2018 | 21:45 Uhr

Stand: 13.11.18 10:45 Uhr