Reinhard Grindel © Witters Foto: Tim Groothuis

UEFA

Grindel: UEFA-Funktionäre analysieren Vorwürfe gegen Infantino

Die Spitzenfunktionäre des europäischen Fußballverbandes UEFA wollen sich mit den Enthüllungen rund um FIFA-Präsidenten Gianni Infantino befassen. Wie DFB-Präsident Reinhard Grindel ankündigte, sollen die Vorwürfe gegen mächtigsten Mann im Weltfußball innerhalb der UEFA thematisiert werden. Die Football-Leaks-Dokumente, die dem "Spiegel" vorliegen und die er mit dem NDR und dem Recherchenetzwerk EIC geteilt hat, zeigen, dass sich Infantino über zahlreiche Regeln hinweggesetzt hat.

Die europäischen Fußball-Spitzenfunktionäre um DFB-Chef Reinhard Grindel wollen die neuen Anschuldigungen gegen Gianni Infantino thematisieren. "Wir werden innerhalb der UEFA die Lage analysieren und dann gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden", sagte Grindel am Sonntag. Er habe mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin am Wochenende über die Vorwürfe gesprochen. "Es ist bewährte Praxis, dass sich die UEFA-Mitglieder im FIFA-Council untereinander abstimmen und gemeinsam vorgehen", sagte Grindel, der als einer von neun UEFA-Vertretern in der Regierung des Weltverbands sitzt. "Durch diese Geschlossenheit haben wir etwa den Alleingang von FIFA-Präsident Gianni Infantino in Sachen Club-WM verhindern können."

Ein Fußball liegt auf auf einem Stück Rasen, auf dem ein Euro-Zeichen als Schatten zu sehen ist. © fotolia/jarma

03:01 min | 04.11.2018 | Das Erste | Autor/in: Tim Tonder/Han Park

Financial Fairplay eine Erfolgsgeschichte? Eher nicht

Paris Saint-Germain und Manchester City konnten sich nach Verstößen gegen das Financial Fairplay auf prominente Hilfe verlassen. Gianni Infantino, ehemaliger UEFA-Generalsekretär, sorgte für milde Strafen.

FIFA weist Vorwürfe zurück

Die Football-Leaks-Dokumente belegen, dass Infantino als UEFA-Generalsekretär 2014 während der Ermittlungen gegen Paris Saint-Germain und Manchester City wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay Absprachen mit den Clubs getroffen hat. Diese kamen danach mit vergleichsweise geringen Geldstrafen davon. Zudem machte er Vorschläge für die überarbeiteten Richtlinien der unabhängigen FIFA-Ethikkommission. Der Weltverband wies die Vorwürfe zurück und erklärte, keiner der Medienberichte enthalte etwas, "das auf eine Verletzung von Gesetzen, Statuten oder Vorschriften hinausläuft".

Dieses Thema im Programm:

Reportage & Dokumentation | 04.11.2018 | 21:45 Uhr

Stand: 04.11.18 18:27 Uhr